Was ist die Aufgabe eines Tanzpädagogen?

Was ist die Aufgabe eines Tanzpädagogen?

In der Feiertagszeit habe ich mich aus dem täglichen Trubel gelöst, und so blieb mir Zeit für eine kurze Überlegung über den Zusammenhang von Geld und der Qualität der Dinge, die wir produzieren. Mit den Worten eines Klassikers: "Für Geld ein Haus in Prag :)?"

Aber jetzt ernsthaft: In letzter Zeit reisen wir viel. Wir haben eine Reihe von Tanzwettbewerben absolviert: Michalovce, Humenné, Bardejov, Košice, Žilina, Myjava, Bratislava, Piešťany, Martin, Liptovský Hrádok, Trnava. Wir waren auf Tanzmessen in Florenz, in London. Ich habe die Einstellungen der Menschen zum Tanz sowohl in den einzelnen Regionen der Slowakei als auch im Ausland verglichen.

Begeisterung und Liebe sind vergleichbar, aber es scheint mir, dass junge Tänzer im Ausland den Tanz selbst mehr genießen, mehr Freude daran haben und auch bereit sind, mehr zu investieren. Und weil der Fisch vom Kopf her stinkt, führe ich ein paar Situationen an, denen ich begegnet bin.

Sehr geehrte Pädagoginnen und Pädagogen, diese Punkte sind zu Ihrer Verteidigung, damit Ihre Schüler und deren Eltern erkennen, dass Ihr Beitrag in der pädagogischen Arbeit liegt, in der Bildung, in der Motivation, in der Erziehung der Schüler – nicht darin, dass man Sie fertig machen darf.

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Womit bin ich konfrontiert worden?

  • Die Direktorin, ein anderes Mal die Eigentümerin der Tanzschule näht den Kindern Kostüme für eine Tanzaufführung
  • Ein Pädagoge fährt mit dem Zug auf eine ausländische Tanzbekleidungsmesse, damit er von dort mit einer Kiste Aktions-Tanzbekleidung zurückkommen kann, die man ihm weder ins Flugzeug noch in den Bus mitgenommen hätte
  • Eine junge, beginnende Lehrerin fährt in die Bezirksstadt, um für einen Schüler Ballettschläppchen zu kaufen. Bei der Abrechnung besteht sie darauf, dass auf dem Kaufbeleg auch ihr Rabatt ausgewiesen ist, weil die Eltern des Kindes eine exakte Abrechnung wollen. Ich frage: Wie werden ihre Zeit, die Fahrtkosten und weiteres bezahlt, wenn die Eltern auch noch zu ihrem Rabatt einkaufen wollen?
  • Ein Pädagoge fährt in die Ukraine, um Ballettschläppchen für 2,50 € zu kaufen, die nicht nur minderwertig sind, sondern die er auch noch im Koffer schmuggeln muss, um den Schülern Geld zu sparen.
  • Die Eigentümerin der Tanzschule organisiert einen Tanzwettbewerb mit Verlust oder ohne Gewinn. "..... sie wird doch nicht an Kindern verdienen ...." Das ist zwar edel, aber dem entspricht auch die Qualität der Jury, der Moderatoren, der Absicherung und der gesamten Organisation.
  • Es werden Tanzaufführungen organisiert, bei denen die Tänzer gegenüber dem Publikum in der Überzahl sind. Macht nichts, es wird aus EU-Fonds bezahlt.
  • Die Tanzschule macht am Ende des Schuljahres eine Tanzaufführung in exklusiven Räumlichkeiten bei einem Eintritt von 3 €. Angeblich kann sie nicht mehr verlangen, weil die Eltern das nicht zahlen würden. Außerdem: "..... es ist für die Kinder und als Dank an die Eltern ...." Ja, ein Dank an die Eltern, die nicht einmal 3 € zahlen, um ihr Kind auf den Brettern des Staatstheaters zu sehen.

Was funktioniert?

  • Ein Pädagoge, der den Kopf voll damit hat zu unterrichten und für das Übrige "Leute dafür hat"
  • Mobile Fitterin – die Dienstleistung eines professionellen Fitters, der zu den Tänzern in die Schule kommt oder sogar bis nach Hause und je nach Körpertyp optimale Kleidung empfiehlt
  • Ein Choreograf, der kreiert und nicht gleichzeitig die Funktion eines Proviantmeisters erfüllt
  • Ein Schulleiter, der die Schule leitet und nicht gleichzeitig Buchhalter, Lehrer und Portier ist

Und so überlege ich: Kann ein Pädagoge, der damit überlastet ist, dass er viele Dinge auch noch gratis macht, kreative Ideen haben, kann er ein guter Choreograf sein, kann er dazu erziehen, dass Menschen sich selbst wertschätzen? Ja, das kann er, und ich begegne dem jeden Tag. Aber wie lange? Nicht allzu lange! Und so sehe ich auch, wie manchen Pädagogen die Begeisterung und das Funkeln aus den Augen verschwindet und sich schlechte Stimmung auszubreiten beginnt.

Dazu sage ich nein. Ich denke, dass die Schule und der Pädagoge dem Schüler Energie geben müssen, ihre Erfahrungen weitergeben, ihm die Liebe zum Tanz vermitteln. Und entschuldigen Sie: Das lässt sich nicht gratis machen. Das ist harte Arbeit. Der Pädagoge ist dafür da, zu geben. Und wer geben will, muss auch etwas haben, woraus er geben kann.

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